Der Waldkauz ist nach dem Uhu die größte einheimische Eule. Er wurde nach dem Stieglitz (2016) von NABU und LBV zum Vogel des Jahres 2017 gewählt, um eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere zu sensibilisieren und auch für den Erhalt von alten und auch abgestorbenen Bäumen in Wäldern und Parkanlagen zu werben. Dadurch sollen die Bestände von Eulen und anderen Bewohnern von Baumhöhlen stabilisiert werden. Der Bestand des Waldkauzes liegt in Deutschland bei ca. 50.000 Brutpaaren, wovon etwa 50 Paare in Düsseldorf leben. Waldkäuze sind die lautlosen Jäger der Nacht, daher sieht man sie kaum, aber während der Balz und bei Fütterung ihrer Jungen sind ihre Rufe weithin zu hören. Sie sehen und hören besonders gut, und finden so präzise ihre Beute.

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Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt: Der Vogel des Jahres 2017 ist keinesfalls nur im Wald zu Hause, obwohl er sich in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten fühlt. Als ideal gilt ein Lebensraum mit einem Waldanteil von 40 bis 80 Prozent, dazu Lichtungen und angrenzende Felder. Längst ist er daher auch in städtischen Parkanlagen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand und geeigneten Bruthöhlen zuhause. Dabei kommt er uns Menschen recht nah, wenn er auch eher zu hören als zu sehen ist. Tagsüber versteckt er sich in Höhlen oder in dichten Baumkronen.

Die Anpassungsfähigkeit bei der Wahl des Lebensraumes trägt dazu bei, dass der Waldkauz die häufigste Eule in Deutschland ist.

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Der Waldkauz ist gut getarnt mit seinem rindenfarbigen Gefieder. Sein großer Kopf ohne Federohren sitzt auf einem gedrungenen Rumpf. Der beigebraun gefärbte Gesichtsschleier ist dunkel umrahmt. Sein freundliches Aussehen verdankt er seinen großen runden „Knopfaugen“ sowie den zwei hellen Querstrichen oberhalb des Gesichtsrahmens, die auf uns Menschen wie Augenbrauen wirken. Der stark gekrümmte Schnabel ist beim Waldkauz gelblich. Fast immer hören wir die Rufe des Jahresvogels in TV-Krimis, wenn es dunkel und unheimlich wird. Im wahren Leben erklingt das lang gezogene „Huu-hu-huhuhuhuu“, wenn Waldkäuze balzen oder ihre Reviere markieren, vor allem im Herbst und im Spätwinter. Fast das ganze Jahr über machen sie außerdem durch ihren Kontaktruf „ku-witt“ auf sich aufmerksam. Die lautlosen Jäger werden mit 40 bis 42 Zentimeter Länge etwa so groß wie Krähen, bringen 400 bis 600 Gramm auf die Waage und erreichen eine Flügelspannweite bis zu 98 Zentimetern.

Gleichzeitig zum Waldkauz-Jahr starten NABU und LBV ab 2017 eine neue Aktionsreihe. Der Waldkauz steht dabei als nächtlicher Jäger für alle Tiere der Nacht. Unter dem Namen „NABU- bzw. LBV-NachtnaTOUR“ bieten die Verbände Exkursionen, Vorträge und ähnliche Veranstaltungen zu den Besonderheiten der nächtlichen Tier- und Pflanzenwelt an. Am 20. Mai 2017 wird dazu eine bundesweite NABU NachtnaTour durchgeführt. Von der Dämmerung bis zum frühen Morgen stehen in der Nacht zum Sonntag Waldkauz, Fledermäuse und Co. im Mittelpunkt.

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de, www.NABU.de/nachtnatour oder www.LBV.de

 

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2017 - Der Waldkauz“ (Art. Nr.: 1993), DIN A5, 32 Seiten gibt es im NABU-Shop unter www.NABU.de/shop und ab 1. Januar 2017 unter www.NABU-shop.de sowie im LBV-Natur-Shop unter www.lbv-shop.de


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