Die siebte bundesweite „Stunde der Wintervögel“ steuert auf einen neuen Teilnehmerrekord zu: Bis zum 11. Januar haben 120.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus Gärten und Parks mehr als 1,3 Millionen Vögel gemeldet.

150720 nabu heckenbraunelle gaby schroeder2
Einer der diesjährigen Gewinner der Wintervogelzählung: Die Heckenbraunelle / Foto Gaby Schröder

Weniger erfreulich sind die Zählergebnisse. Insgesamt beobachteten die Teilnehmer durchschnittlich 17 Prozent weniger Vögeln den Jahren zuvor, vor allem bei den häufigen Wintervögeln und Futterhausbesuchern, darunter alle Meisenarten, aber auch Kleiber und Kernbeißer.

Heinz Kowalski, Stellvertretender Vorsitzender und Ornithologe des NABU NRW, sagt hierzu: „Der Vergleich mit Daten aus der Beobachtung des Vogelzugs im vergangenen Herbst legt nahe, dass eine besonders geringe Wanderneigung vieler Vögel die auffallend niedrigen Vogelzahlen dieses Winters plausibel erklären“. Auffällig ist, dass die Rückgänge bei Meisen und Co. im Norden und Osten Deutschlands gering sind. Richtung Südwesten hingegen nehmen sie zu. Manche Wintervögel haben, wohl aufgrund des bis zum Beginn des Zählwochenendes, noch extrem milden Winters auf halber Zugstrecke Halt gemacht.

Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch, dass auch ein schlechter Bruterfolg bei Meisen und anderen Kleinvögeln im vergangenen Frühjahr zur niedrigen Zahl der Wintervögel in den Gärten beigetragen hat.

Es gibt aber auch Positives zu vermelden. So scheint sich die Heckenbraunelle in Deutschland immer wohler zu fühlen. Sie erreicht die besten Winterwerte seit der ersten Zählung 2011. Auch die Amselwerte zeigen trotz regionaler Ausbrüche des Usutu-Virus schon im vierten Jahr aufsteigende Tendenzen.

Im Gegensatz dazu sind Arten, die im Winter von Deutschland aus teilweise nach Süden abwandern, in diesem Jahr besonders häufig hier geblieben. Bei Amseln, Rotkehlchen, Ringeltauben, Star und Heckenbraunellen wurden die bislang höchsten oder zweithöchsten Werte seit Beginn der Aktion ermittelt. Die Amselwerte zeigen trotz regionaler Ausbrüche des Usutu-Virus schon im vierten Jahr nach oben.  

Bei den Beobachtungszahlen liegt der Haussperling wiederum bundesweit an der Spitze, gefolgt von Amsel und Kohlmeise. Dies sagt allerdings nichts über die Häufigkeitsverteilung aus. Denn der Spatz tritt als Schwarmvogel lokal in vergleichsweise größerer Zahl auf, kam aber nur in gut der Hälfte, die drittplazierte Kolmeise hingegen in 86 Prozent der Beobachtungsplätze vor. Auf Platz 4 folgt überraschend der Feldsperling, gefolgt von Blaumeise, Buchfink und Elster.


Im Kreis Düsseldorf haben 443 Vogelfreunde an 296 Beobachtungsplätzen 7042 Vögel gezählt. Die Rangliste der Top Ten wird von der Kohlmeise angeführt, gefolgt von Ringeltaube und Amsel.

Top Ten der Wintervogelzählung im Kreis Düsseldorf

Rang     Vogelart Anzahl % der
Gärten
Vögel
pro Garten
Vergleich zum Vorjahr
(Vögel pro Garten)
Vergleich zum Vorjahr
(Trend)
1 Kohlmeise 930 87,5% 3,14 - 1,30 - 29%
2 Ringeltaube 743 49,66% 2,51 + 0,93 + 59%
3 Amsel 667 81,76% 2,25 - 0,10 - 4%
4 Elster 591 72,64% 2,00 - 0,12 - 6%
5 Blaumeise 535 61,49% 1,81 - 1,52 - 46%
6 Haussperling 449 29,73% 1,52 - 0,95 - 39%
7 Rotkehlchen 395 82,09% 1,33 + 0,07 + 5%
8 Rabenkrähe 267 22,97% 0,90 + 0,20 + 28%
9 Buchfink 215 32,77% 0,73 - 0,08 - 10%
10 Star 193 8,11% 0,65 + 0,04 + 7%

 

Details unter: https://www.nabu.de/news/2017/01/21917.html

Sie möchten Ihren Garten ökologisch gestalten und damit Vögeln helfen? Dieser Artikel zeigt Ihnen wie:http://plus.faz.net/evr-editions/2017-01-28/ga5R7FJnZQcMF6nRWibZw4SU?GEPC=s5

 

Additional information