Die Stunde der Wintervögel 2019 hat alle Rekorde gebrochen: 136.000 Teilnehmer meldeten so viele Vögel wie nie zuvor. Bei solch reger Beteiligung werden die Ergebnisse immer aussagekräftiger.

Unter den fünf am häufigsten registrierten Wintervögeln gab es im Vergleich zum Vorjahr keinerlei Veränderungen: Es führt der Haussperling  vor Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Buchfink und Elster.

Die Ergebnisse für 2019 entsprechen den Erwartungen der NABU-Experten. Nach acht Jahren Datensammlung lässt sich ein Abwärtstrend bei vielen Vogelarten feststellen. Der europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten nach Deutschland kommen. Gleichzeitig ist ein größerer Anteil der nur teilweise wegziehenden Vögel  in Deutschland geblieben. So wurden mehr Stare, Ringeltauben, Heckenbraunellen und Rotkehlchen gesichtet. Der Wintereinbruch im Süden des Landes während des Zählwochenendes konnte sich auf die Ergebnisse wohl noch nicht auswirken.

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Sorgenkind Grünfink. Foto / W. Höhnen

Wie jedes Jahr gibt es vor allem witterungsbedingt Verschiebungen zwischen den einzelnen Vogelarten. Insgesamt erscheinen die Winterbestände der Vögel im Siedlungsraum bisher seit 2011 mehr oder weniger stabil und heben sich damit erfreulich von den  tendenziell abnehmenden Beständen im landwirtschaftlichen Raum ab.

Mit Amsel und Grünfink gibt es aber auch im Siedlungsraum zwei Sorgenkinder. Mit einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr (bundesweit) fuhr die Amsel das bisher schlechteste Ergebnis der Wintervogelzählung ein. Der Hauptgrund hierfür ist nach Meinung der Experten das grassierende Usutu-Virus.

Beim anhaltenden Rückgang des Grünfinks spielt vermutlich neben Veränderungen in der Landwirtschaft, die immer weniger Erntereste und Wildblumensamen für den Vogel bereit hält, eine Infektion mit dem Parasiten Trichomodiasis an sommerlichen Vogelfutterstellen verbreitet ist, eine maßgebliche Rolle.

In Kreis Düsseldorf beteiligten sich 485 Vogelfreunde an der Zählaktion. Die Liste der „Top Ten“ wird von der Kohlmeise angeführt, gefolgt von Haussperling, Blaumeise und Elster. Eine Besonderheit der Düsseldorfer Vogelwelt ist die hohe Zahl von Halsbandsittichen (Platz 6 der Liste).

Top Ten in Düsseldorf

Rangfolge

Vogelart

Anzahl

Vorkommen in

% der Gärten

Vögel pro Garten

 & gegenüber Vorjahr (= Trend)

 1

Kohlmeise

1295

93

-0,1

 2

Haussperling

752

33

0,7

 3

Blaumeise

726

70

 0.6

 4

Elster

647

74

-0.1

 5

Ringeltaube

622

50

0,1

 6

Halsbandsittich

595

16

0,9

 7

Amsel

588

72

-0.0

 8

Rotkehlchen

434

83

0,1

 9

Rabenkrähe

426

32

0,6

10

Buchfink

390

39

0,1

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