Lange hatte es den Anschein, als sei der Weißstorch (ciconia ciconia) als Brutvogel in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht. Aber es geht aufwärts mit dem Wappenvogel des NABU: In diesem Jahr gibt es in NRW wieder 130 Brutpaare. Auch im Düsseldorfer Raum nehmen die Beobachtungen zu.

Zwischen dem 30. August und dem 1. September 2012 hielten sich im Monheimer Rheinbogen und in der Urdenbacher Kämpe bis zu 55 Weißstörche gleichzeitig auf. Davon verbrachten zwölf Vögel eine Nacht auf dem Dach der Biologischen Station Haus Bürgel. Weitere 20 ruhten auf der Baumberger Friedenskirche. Auf dem Gelände des Golfclubs Hubbelrath rasten regelmäßig Störche auf dem Durchzug.

In diesem Jahr gab es eine Reihe von weiteren Beobachtungen:

Am 9. April rastete ein Storch auf dem Dach der Kirche St.Josef in Düsseldorf Rath.

Mitte Juni wurde mehrfach ein Vogel mit einem Ring der Vogelwarte Radolfzell im Himmelgeister Rheinbogen gesichtet, der in den Hochwasserrückständen des Rheins fischte und sich zu einigen Graureihern gesellte. Nachforschungen  ergaben, dass er im Vergnügungspark Tripsdrill in Cleeborn/Nordwürttemberg als Nestling beringt worden war. War es derselbe Storch, der am 10. Juni in Wittlaer ebenfalls in Hochwasserpfützen nach Futter suchte?

Am 19. Juni wurden vier weitere Weißstörche an einer Flutmulde in der Rheinaue bei Urdenbach beobachtet. Zwei davon waren in den Niederlanden beringt worden.

Angesichts dieser Häufung von Beobachtungen stellt sich die Frage, ob bald mit Storchenbruten im Düsseldorfer Raum zu rechnen ist. Holger Pieren von der Biologischen Station Haus Bürgel weist darauf hin, dass sich durch die Deichöffnung des Urdenbacher Altrheins und die Schaffung weiterer Feuchtflächen in der Urdenbacher Kämpe günstige Nahrungsbedingungen und Lebensräume für den Weißstorch entwickeln werden.
Auf Haus Bürgel wurden deshalb im Juli zwei stabile Weißstorch-Nisthilfen als Dachreiter aufgebaut. Weitere Nisthilfen in der nördlichen Kämpe sind geplant. Auch auf dem Gelände des Golclubs Hubbelrath wurde ein Mast mit einer Nisthilfe  errichtet.

Beobachtungen und Informationen von: Daniela Niehues, Holger Pieren, Jürgen Schumann, Verena Siegert, Dr. Gerd Thörner, Andreas Vogt

 

 

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