elsternDie Elster hat in der Bevölkerung keinen guten Ruf. Es wird behauptet, sie sei ein schädlicher Bruträuber und gefährde die Singvögel, zumal ihre Bestände immer größer würden. Daher wird die Bejagung der Elster in den Bundesländern zunehmend genehmigt, obwohl sie zu den geschützten Vogelarten gehört. Im Jagdjahr 2009-2010 wurden allein in Nordrhein-Westfalen 40.000 Elstern abgeschossen. Doch diese schönen und intelligenten Vögel werden zu Unrecht verfolgt. Die Verurteilung der Elster beruht auf unhaltbaren Behauptungen und Vorurteilen, die durch folgende Tatsachen widerlegt werden:

  • Die Elster ist ein sog. Nahrungsopportunist, d.h. ein Allesfresser. Höchstens 10% ihrer Nahrung besteht aus Eiern und Jungvögeln.
  • Die Elster ist auch deshalb keine Gefahr für die Singvogelpopulation, weil die am meisten betroffenen Vogelarten wie Meisen und Amseln keine bedrohten Arten sind. Verluste an Eiern und Jungvögeln können durch große Gelege, Zweit-und Ersatzbruten ausgeglichen werden. Selbst wenn in Einzelfällen andere Vogelarten beeinträchtigt werden sollten, bedroht die Elster nachweisbar keine einzige Vogelart in ihrem Bestand. Aus Naturschutzsicht gibt e deshalb keinen Grund, Elstern zu verfolgen.
  • An Nesträubereien, die der Elster angekreidet werden, sind häufig auch Hauskatzen, Marder, Rabenkrähen, Eichhörnchen, Buntspechte und andere Prädatoren beteiligt.
  • Die immer wieder behaupteten Übervermehrungen von Elstern finden nachweislich nicht statt. In der offenen Landschaft nehmen die Bestände deutlich ab, da sich die Elster immer mehr in die Siedlungsräume zurückzieht (die Elster „verstädtert“), wo sie ein gutes Nahrungsangebot findet und vor Verfolgungen durch Feinde und Bejagung sicher ist. Aber auch in den Städten – wie auch in Düsseldorf – steigen die Elsternbestände nicht mehr, sondern stagnieren oder sind sogar rückläufig, weil sie an die Grenzen der Lebensraummöglichkeiten stoßen.
  • Lokale Vorkommen von großen Elsterntrupps dürfen nicht mit einer Revierdichte verwechselt werden. Es handelt sich fast immer um Schlafplatzgemeinschaften oder kurzfristige "Versammlungen "dieser geselligen Vögel außerhalb der Brutzeit, die sich wieder auflösen und zerstreuen. Brutpaare halten ihre Reviere ganzjährig besetzt und halten die Nachbarn auf Distanz.

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